Fast Food - Schnellfütterung

Kundenfreundlich?
Draussen vor dem Eingang kleben die Zeichen unserer Wegwerfgesellschaft am Boden. Kaugummibatzen, dicht an dicht, sogar übereinander. Drinnen im Lokal ist es laut und heiss. Die jungen Menschen an der Futterausgabe lächeln die immer gleiche Frage in die Gesichter ihrer Gegenüber. "Was darf's sein?" Als wären sie Computer die nur mit englischen Befehlen gefüttert werden können, wollen sie wissen: "Small, medium oder large?" Den Kundenwunsch murmeln sie in das Mikrofon ihres Headsets. Menschen stehen herum und warten darauf, dass ihre Mahlzeit eintrifft. Hinter der Theke ein Plexiglasbehälter, der in verschiedene Bahnen unterteilt ist, ähnlich einer Kegelbahn. In diesen rutscht der zur Unkenntlichkeit verpackte Kundenwunsch in die Reichweite der Bedienenden. Mit mechanischen Bewegungen stellen sie die verschlossenen Einheiten auf das Tablett.

Happy meal?
Über der Futterbahn ein Schaukasten, der für "Happy meal" wirbt. Überlegen sich die Kunden, ob hier die Mahlzeit glücklich sei? Oder glauben sie daran, Kinder seien mit Plastikfiguren von kleinen Monstern und Pommesfrites glücklich zu machen? An den Tischen sitzen Menschen verpackt in Jacken und Mäntel, wie die Mahlzeiten vor ihnen auf den Tabletts in Karton und Plastik. Ein Monster in einem durchsichtigen Käfig wird von einem Kind lustlos auf dem Tisch herum geschoben. Ob das Kind seine Mahlzeit gegessen hat, ist nicht zu sehen. Alles ist zugedeckelt, verschlossen. Verschlossene, verpackte Stimmung herrscht im ganzen Lokal. Nur hin und wieder spricht jemand mit einem Tischnachbarn. Trotzdem ist es laut.

Entsorgung gelöst?
Die Fütterung verläuft in klar definierten Bahnen, die Kunden halten sich an den vorgegebenen Ablauf. Beim Verlassen des Lokals müssen sie, Gäste sind sie ja keine, den  Verpackungsmüll in einen Container entsorgen. Der Müll verschwindet von der Bildfläche. Perfekt durchdacht wäre die Schnellfutteranlage, würde draussen beim Eingang für Kaugummi kauenden Kunden ein spezieller Kaugummi-Spucknapf bereitgestellt.

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© roderer